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Schätze findet man nicht
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Lass mich nicht ewig von zerbrochenen Herzen schreiben,
vom Verlassen,
von Trauer,
von Unverständnis
und Zerstörung.
 
Wie verarbeitet man Trauer?
Wie hört man auf, zu vermissen?

 
11.6.08 19:54


Deine größte Krankheit siehst du nicht
Ich weiß nicht, wo die Ursprünge deiner Krankheit liegen und wie es soweit kommen konnte. Laut eigenen Aussagen weißt du es ja selbst nicht einmal. Ich verstehe nicht, wie du täglich riskieren kannst, eine ganze Familie, deine Familie, vollends zu zerrütten. Wie kommt es, dass du dich noch nie für dein Fehlverhalten entschuldigtest, obwohl es offensichtlich ist, dass ich viel zu häufig gezwungen bin, die Verantwortung eines Erwachsenen - deine Verantwortung - auf mich zu nehmen? Findest du nicht, dass du es dir ein bisschen zu leicht machst, indem du sagst, wir sollen dich einfach ignorieren? Ich werde nie vergessen können, dass du uns die Schuld an deiner Krankheit gegeben hast, denn so sicher ich weiß, dass ich daran keine Schuld trage, so sicher weiß ich auch, dass du dennoch so denkst. Du ahnst nicht, was für ein physischer Druck auf mir lastet. Aus deiner Krankheit habe ich eins gelernt: Probleme totzuschweigen ist unmöglich. Leider scheine ich die einzige Person in dieser Familie zu sein, die das begriffen hat, denn über dein Fehlverhalten wird in den seltensten Fällen gesprochen. Ja, du bist krank, und so viel ich früher dafür gegeben hätte, das nicht begreifen und darüber sprechen zu müssen, so ist mir mittlerweile durchaus bewusst, dass das keine Seltenheit mehr ist. Das heißt nicht, dass ich heute gern darüber spreche, sondern vielmehr, dass ich dir noch ein gewisses Stück Verständnis entgegenbringe. Selbstverständlich handelt es sich hier um eine Krankheit, doch ein Krankheitsbild ist nicht immer unabhängig von dem vorausgegangenen Verhalten der betroffenen Person. Eine Krankheit hat nicht immer etwas mit einer Opfer-Position zu tun. Ich weiß, was es heißt, die Kontrolle über sich zu verlieren - auch wenn ich dieses Gefühl sicher nicht in dem Ausmaße erfahren habe, wie du - dennoch habe ich das Gefühl, dass du dich auf dem Begriff "Krankheit" ein wenig zu sehr ausruhst. Wie bereits gesagt - mit diesem Ausdruck kannst du nicht alles rechtfertigen.
Ich schreibe das alles, weil ich merke, dass mich all das - die Verantwortung, der ich nicht gewachsen bin, der psychische Druck, der mich kaputt macht, das Schweigen, das mich einengt, die Rechtfertigungen, die mein Vertrauen in die Erwachsenenwelt zerstören - an meine Grenzen treibt und ich nicht mehr lange so weiter machen kann.
Gerade nach Opas Tod hatte ich gehofft, du würdest versuchen, ein bisschen Lebensqualität zu erhalten, indem du es wenigstens einschränken würdest. Die Trauer um Opa und die zusätzliche Belastung, die ich deiner Krankheit zu verdanken habe, sind für mich in diesem Maße schlichtweg nicht mehr tragbar.
Du zerfließt im Selbstmitleid, hälst dich für die meistbelastete Frau dieser Welt. Nein, das bist du nicht. Es gibt tausende Menschen, die ihr Leben so viel besser als du managen. Würde ich dir das sagen, würdest du mich hassen, das weiß ich. Doch es gibt Leute, die normal leben können und ihren Kindern den Lebensstandard bieten, den sie verdienen. Das tust du nicht, und der einzige Grund, warum ich dir das alles noch nie gesagt habe, ist die Selbstverständlichkeit, mit der ich behaupten kann, dass du es dir ohnehin nicht zu Herzen nehmen würdest. Du würdest weinen, darin bist du gut, doch wie würdest du reagieren? Du bist wie ein ausgestopftes Tier, du funktionierst nur planmäßig, für Konflikte bist du nicht präpariert.
Es gibt Momente, in denen ich dich für deine Unverantwortlichkeit hasse. Dafür, dass du mich in die Welt gesetzt hast, obwohl du wusstest, dass es mir nicht gut gehen würde. Dafür, dass du Stolz auf meine Leistungen bist, mich aber nicht angemessen belohnst. Hätte ich nicht von grundauf einen gewissen Stolz und ein wenig Ehrgeiz - den ich bestimmt nicht von dir habe - dann wäre ich an dir zu Grunde gegangen, und zwar lange vor der heutigen Zeit. Du machst mich kaputt, und ich wünschte, du hättest es schon geschafft, damit du das Resultat deiner egoistischen Lebensweise schwarz auf weiß hättest.
1.6.08 23:24


Am liebsten würde ich einfach gehen, denn die Probleme, mit denen ich es momentan zu tun habe, überfordern mich schlichtweg. Es geht um Herausforderungen, denen ich mich nicht gewachsen fühle, und um Pflichten, die ich nicht als meine anerkennen will. Es geht um die Verarbeitung von Trauer und Ungerechtigkeiten, zerstörte Kinderträume und kaputte Freundschaften. Es handelt sich um ein Leben, dessen Herkömmlichkeit ich in Frage zu stellen wage. Doch der Hauptkonflikt ist der, den ich mit mir selbst und dieser Welt austragen muss. Es stellt tatsächlich ein enormes Problem dar, nicht in die Klischeefalle zu hüpfen und wie ein "Pseudo-Emo-Punk-Hardcore-Rebell"-Kind zu klingen, denn Worte der Trauer und des Selbstzweifels haben in der heutigen Gesellschaft genau im Schnittpunkt von suizidgefährdeten Gruftis und Teenagern, die das breite Angebot der Haarfärbemittelindustrie gerade entdecken und sich mit Hilfe derer Güter über den ersten Liebeskummer hinwegtrösten, gefunden. Emo ist ein sinnloses Wort, doch wer sich den oben erläuterten Stil aneignet, der muss sich nicht wundern, genau so genannt zu werden. Ich für meinen Teil bin keiner dieser Menschen, das wollte ich von Anfang an einmal klarstellen.

29.5.08 19:39


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